Vision Bahnhof –
sicher einsteigen in die Zukunft

8. April 2011  ///  Der Vorschlag, den Augsburger Hauptbahnhof und sein Umfeld im Rahmen der »Mobilitätsdrehscheibe Augsburg« zu entwickeln, entstand bereits unter der vorigen Stadtregierung. 

Zwei Dinge waren dafür ausschlaggebend: Die Planungen eines regionalen S-Bahnverkehrs und die Pläne der Deutschen Bahn AG (DB AG), den Hauptbahnhof entsprechend seiner Bedeutung zeitgemäß und barrierefrei auszubauen. Neben modernem Komfort und Sicherheit für die Reisenden soll damit auch die Zukunftsfähigkeit des Bahnhofs als wichtigstem Verkehrsknotenpunkt in Schwaben gesichert werden. München und Nürnberg verfügen über ein U-Bahn- und S-Bahnnetz, das schnelle Verbindungen im Umland garantiert. Augsburg kann mit dem Regio-Schienentakt und mit dem Ausbau des Hauptbahnhofs einen vergleichbaren Status erreichen.

Durch eine neue Straßenbahnhaltestelle direkt unter den Fern- und Regionalbahnsteigen wird eine optimale Verknüpfung des städtischen ÖPNV mit dem überörtlichen Schienenverkehr geschaffen. Ein breiter Fußweg flankiert die geplante Straßenbahnunterführung, so dass ein direkter Zugang zum Hauptbahnhof aus Richtung Westen entsteht.

Mit dem Umbau rücken im direkten Bahnhofsumfeld auch städtebauliche Aspekte in den Blick. Der bestehende Bahnhofsvorplatz wird im Zuge des Bahnhofsumbaus neu geordnet und gestalterisch aufgewertet. Insbesondere soll die wichtige Fußgängerverbindung vom Bahnhofsgebäude über den Vorplatz und die Bahnhofstraße in die Innenstadt verbessert werden.

Am neu geplanten Westzugang von der Rosenaustraße (auf Höhe des Sebastian-Buchegger-Platzes) sollen attraktive Anschlussmöglichkeiten an alle weiteren Verkehrsmittel (Bahnhofsvorfahrt, Kiss and Ride, Taxi, Fahrradparkhaus, etc.) entstehen.

Für die Gestaltung der beiden Plätze ist ein Architektenwettbewerb in Vorbereitung, der 2012 ausgelobt werden soll.

»In Zukunft werden wir intelligenter unterwegs sein«

Gespräch mit Dipl.-Kfm. Norbert Walter, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg

Der Umbau des Gleisdreiecks am Königsplatz beginnt im März 2012. Wie wichtig ist dieser Schritt?
Es ist ein Meilenstein. Mit dem Umbau des historischen Umsteigeknotens läuten wir ein neues Mobilitätszeitalter in Augsburg ein. 2011 sind 57 Millionen Fahrgäste mit unseren Linien gefahren. Und es werden noch mehr. Unsere Gesellschaft steht am Beginn des größten Mobilitätswandels seit der Erfindung des Automobils.

Wie wird sich unser Mobilitätsverhalten verändern?
In den Städten der Zukunft werden weniger Autos fahren. Zu viele Autos bringen neben ökologischen, und ökonomischen auch praktische Probleme mit sich. In der Stadt von morgen gibt es keinen Raum für zusätzliche Straßen und Parkplätze. Das heißt nicht, wir werden weniger unterwegs sein, sondern intelligenter und umweltfreundlicher: Wir fahren mit Bus und Bahn in die Stadt und bewegen uns dort beispielsweise mit Leihfahrrädern weiter.

Was bedeutet der neue Königsplatz zukünftig für unsere Mobilität?
Mobilität bestimmt das Leben jedes Einzelnen. Sie ist die Basis für soziale Teilhabe, gesellschaftlichen Fortschritt, wirtschaftliches Wachstum, Selbstverwirklichung und Erfolg. Darum ist es uns wichtig, den größten Umsteigeknoten Augsburgs barrierefrei zu gestalten. Damit wirklich jeder – ob Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte oder ältere Personen – ein mobiles Leben führen kann.

Bis dahin bleibt Augsburg mit dem Ersatzplan für Bus und Tram mobil?
Der Kö-Umbau ist eine Operation am offenen Herzen des Nahverkehrs. Wir haben ein leistungs­starkes Liniennetz entwickelt, das den Anforderungen der Fahrgäste gerecht wird: Jeder kommt mit möglichst wenig Umsteigen ans Ziel – und ohne lange Wartezeiten. Trotz der Herkulesaufgabe halten wir den deutschlandweit sehr guten 7½-Minuten-Takt aufrecht.
Alle Beteilig­ten versuchen, die Abläufe so einfach und reibungslos wie möglich zu gestalten. Trotzdem bringen Bauarbeiten in dieser Größenordnung immer Einschränkungen mit sich. Dafür bitte ich Sie persönlich um Verständnis.

Bahnhofsumbau Bahnhofsumbau auf mehreren Ebenen
Regio-Schienentakt Vernetzt in alle Richtungen – über den neuen Hauptbahnhof