Ab Februar gilt ein neues Netz

Moritzplatz wird vorübergehend zum Verkehrsknoten


05. Oktober 2011

Am 20. Februar 2012 geht es mit dem Umbau des Augsburg Boulevards und speziell des Königsplatzes (Kö) im Rahmen von projekt augsburg city richtig los. Nach Vorarbeiten in diesem Jahr in der Schaezler- und der Fuggerstraße, ist ab Anfang kommenden Jahres der zentrale Nahverkehrs-Knotenpunkt dran. Bis Ende 2013 ist das Gleisdreieck am Kö, über das alle Straßenbahn- und etliche Buslinien verkehren, für den Nahverkehr tabu. Außerdem können die Gleistrassen in der Konrad-Adenauer-Alle, am Theodor-Heuss-Platz und am Eserwall von Trams nicht befahren werden. Heute (Donnerstag) entscheidet der Stadtrat über das Liniennetz des Nahverkehrs während der Bauzeit.
»Das ist eine Operation am offenen Herzen des Nahverkehrs in Augsburg«, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Walter. »Und trotzdem können wir den Fahrgästen ein pulsierendes und möglichst sicheres Liniennetz während der Bauphase anbieten.« Dass es zu Veränderungen und teilweise zu Einschränkungen kommen wird, dafür bittet der Stadtwerke-Chef um Verständnis, »doch an der Notwendigkeit, den Kö zu erneuern, gibt es keine Zweifel.«
Wichtigste Vorgaben bei der Entwicklung des Umbau-Netzes waren: Die Innenstadt muss weiterhin aus allen Richtungen gut und einfach erreichbar sein; bestehende Straßenbahnlinien werden in der Innenstadt neu verknüpft, um mit möglichst wenig Umsteigen ans Ziel zu kommen. »Und wir haben Wert auf eine einfache und klare Linienführung sowie weitestgehende Barrierefreiheit gelegt«, so Walter. Trotz der Herkulesaufgabe Kö-Umbau kann ein 7,5-Minuten-Takt bei den Straßenbahnen aufrecht erhalten werden. Und die beiden Ersatzbuslinien sind mit einem 5-Minuten-Takt leistungsfähig.
Insgesamt gilt: »Wir werden im Betrieb flexibel reagieren«, so Walter. So wurden für das Konzept zwar alle Daten, etwa über Fahrgast- und Verkehrsströme oder Umsteigebeziehungen herangezogen, »bewähren muss es sich aber in der Praxis.« So sei etwa klar, dass im morgendlichen Schüler- und Studentenverkehr die Linie 3 zur Uni durch zusätzliche Fahrzeuge verstärkt werden muss. Die Stadtwerke werden zusammen mit der Stadt im Rahmen von projekt augsburg city die Bürger ausführlich und offensiv über alle Veränderungen informieren.


Wesentliche Eckpunkte des Liniennetzes 2012/2013

  • Moritzplatz: Neuer Nahverkehrsknoten in der Innenstadt, an dem alle Straßenbahnlinien zusammenkommen, ist statt des Kö’s, der Moritzplatz, wo zusätzliche, barrierefreie Haltestellen im Bereich der Maximilianstraße eingerichtet werden.
  • Königsplatz: Die Ersatzhaltestelle Königsplatz für eine Straßenbahnlinie und Buslinien wird beim Mazù-Bogen (Nähe Salamander) sowie auf Höhe des Kö-Parks eingerichtet.
  • 7,5-Minuten-Takt: Alle Straßenbahnlinien müssen vom Moritzplatz über die Maximilianstraße und den Milchberg fahren. Wegen der eingeschränkten Kapazität auf dieser Trasse, können die Straßenbahnen störungsfrei nicht im gewohnten 5-Minuten-Takt sondern nur im 7,5-Minuten-Takt verkehren.
  • Buslinien B1 und B3: Nachdem die Straßenbahnen der Linien 1 aus Göggingen und 3 aus Stadtbergen/Pfersee nicht mehr über den Königsplatz zum Straßenbahnbetriebshof und damit in die Werkstätten kommen, müssen diese Linienäste durch Busse (B1 bzw. B3) bedient werden. Diese verkehren im 5-Minuten-Takt; in Stoßzeiten werden zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt. Außerdem werden die Busse so gestaltet, dass sie eindeutig erkennbar sind.
  • Straßenbahnlinie 2: Die Linie 2 (von Augsburg-West nach Haunstetten Nord) bleibt mit veränderter Linienführung in der Innenstadt bestehen.
  • Straßenbahnlinie 13: Die Linien 1 von Lechhausen und 3 von Haunstetten-West werden am Moritzplatz zur neuen durchgängigen Linie 13.
  • Straßenbahnlinie 16: Die Linien 4 von Augsburg-Nord und 6 von Friedberg-West bleiben ebenfalls weitgehend bestehen, werden jedoch am Moritzplatz zur durchgängigen Linie 16 verknüpft.
  • Die Stadionlinie verkehrt zu Heimspielen des FCA wie gewohnt, jedoch erst ab Königsplatz / Manzù-Bogen.