Umsteigen in die Zukunft

Der Umbau des Umsteigedreiecks am Kö war lange geplant und wurde planmäßig bis Dezember 2013 fertiggestellt. Schließlich war seit 1990 die Fahrgastzahl um 25 Prozent gestiegen, das alte Kö-Dreieck aus den 70er Jahren für knapp 60 Mio Fahrgäste jedoch nicht mehr ausgelegt: Es war zu eng, zu unkomfortabel und zu unsicher. Durch die neue Linie 6, die geplante Linie 5 und die ebenfalls vorgesehene Verlängerung der Linie 1 sowie dem Ausbau des Hauptbahnhofes zu einer Mobilitätsdrehscheibe mit einer Straßenbahn-Haltestelle unter den Gleisen wird das Fahrgastaufkommen in Zukunft sogar noch steigen. 
Dieser Anforderung an moderne Mobilität wird der neue Kö nach dem Umbau nun mit der erhöhten Haltestellenkapazität, dem vergrößerten Gebäude und den komfortableren Bahnsteigen gerecht. 

Kö Umsteige-Dreieck

ein ganz neues Leitsystem sorgt für Übersicht
Das Gebäude wird abends farbig beleuchtet und so zur Lichtskulptur
ein ganz neues Leitsystem sorgt für Übersicht
Kaum mehr vorstellbar · Hier war früher eine stark befahrene Straße
Die feierliche Eröffnung am 15. Dezember 2013
Die feierliche Eröffnung am 15. Dezember 2013
Kaum mehr vorstellbar · Hier war früher eine stark befahrene Straße
Ein Fahrradverleih komplettiert das Mobilitätsangebot
Der Königsplatz ist jetzt mit dem grün des neuen Kö-Parks verbunden.
Ausreichend Fahrradstellplätze ermöglichen den leichten Mobilitätswechsel
Der neue Kö wird Teil der Fußgängerzone
Leicht und mit viel Licht
Der neue Kö wird Teil der Fußgängerzone

Einfach, klar, selbsterklärend

Die Orientierung am neuen Kö ist klar und übersichtlich. Dazu trägt neben der architektonischen Gestaltung auch ein individuell für das Umsteigedreieck entwickeltes Informations- und Wege-Leitsystem bei. In Abstimmung mit allen Verantwortlichen wurde dafür ein ganzheitliches Konzept erstellt. Es wurde dabei genau analysiert: Wo ist Information nötig, was muss erklärt werden und in welcher Form geschieht dies am Besten. Ziel war es, dass sich am neuen Kö, dem zentralen Umsteigepunkt der Stadt, alle gut zurecht finden und wohlfühlen.

Das Kö-Dreieck bei Tag

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Windgeschützte Sitzgruppen

Die Bahnsteige sind ausgestattet mit windgeschützten Sitzgruppen sowie Fahrgastinformationen und Automaten.

Bessere Orientierung

Große Beschriftungen erleichtern die Orientierung.

Lichtblick

Ein überdachtes Lichtband sorgt tagsüber für Helligkeit auch unter dem Dach.

Bequem und gefahrlos Einsteigen

Das Spaltmaß zwischen Bahnsteigkante und Einstieg wurde auf ein Minimum reduziert und ermöglicht ein barrierefreies Einsteigen an den Fahrzeugtüren.

Großes Dach, großer Schutz

Das sieben Meter hohe Dach kragt elf Meter weit bis zu den Bahnsteigkanten aus und schützt Wartebereich und Gebäude vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen.

Alles unter einem Dach

Das Kö-Dreieck

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Schwebendes Dach

Die schlanken Stützen verleihen dem Dach einen schwebenden, leichten Charakter.

Nachts ein leuchtendes Band

Das einen Meter hohe, umlaufende Band wird mit LED-Strahlern hinterleuchtet und macht den Kö schon von weitem gut sichtbar.

Nicht mehr im Regen stehen

Die Bahnsteigüberdachungen erstrecken sich mit bis zu 66 Metern Länge nahezu über die komplette Länge der Bahnsteige.

Breite Bahnsteige

Die äußeren Bahnsteige sind viereinhalb bis fünf Meter breit, die inneren Bahnsteige großzügige zehneinhalb Meter.

Kommunikation mit der Innenstadt

Die Dachspitze Richtung Innenstadt ist 29 Meter lang und schafft so eine Anbindung an den neugestalteten Königsplatz und die Fußgängerzone.

Das weit ausladende Dach kragt elf Meter bis zu den Bahnsteigkanten aus und schützt somit den gesamten Wartebereich sowie das Gebäude vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen. Die Dachspitze vom swa Kundencenter in Richtung Innenstadt ist 29 Meter lang und schafft so eine optische Anbindung an den neugestalteten Königsplatz und die Fußgängerzone. Am neuen Kö sind alle zehn Bahnsteige nahezu vollständig überdacht. Verglaste, windgeschützte Steh- und Sitzbereiche machen das Warten angenehmer, selbst bei schlechtem Wetter.

Experten im Interview

»Die Orientierung am neuen Kö wird in Zukunft einfacher sein.«

Gespräch mit Philipp Koch, Architekt.

Er plante den neuen Kö-Hochbau. Von Philipp Koch (atelier pk, Berlin) stammt der Entwurf für das Herzstück des Umbaus, den neuen Hochbau. projekt augsburg city sprach mit dem Berliner Architekten über das Konzept, dem der leicht modifizierte Siegerentwurf der beiden Architektur-Wettbewerbe von 2007 und 2010 zugrunde liegt.

Was ist das Neue am neuen Kö?

Der Maßstab: Früher gab es am Königsplatz eine umlaufende Dachkonstruktion mit eingestellten Verkaufsständen. Nun haben wir ein ein modernes Verkehrsbauwerk geschaffen, das sich in drei verschiedene Elemente gliedert: eine großzügige, dreiecksförmige Dachkonstruktion, in der Mitte ein gläsernes Gebäude und als drittes Element die äußeren Bahnsteigüberdachungen, die sich um das Umsteigedreieck herum anordnen. Die Dachkonstruktion in elf Metern Höhe schafft aber nicht nur den angemessenen Witterungsschutz für das Umsteigedreieck, sondern setzt vor allem einen starken städtebaulichen Akzent. Dieser signalisiert klar, welch große Bedeutung die Stadt Augsburg dem ÖPNV einräumt.

Wie profitieren die täglich rund 100.000 Nutzer davon?

Die Orientierung ist nun einfacher, weil es nur noch ein Gebäude in der Mitte gibt, das alle Funktionen vereint. Außen herum bleiben knapp elf Meter Bahnsteig frei für die Fahrgäste, überspannt von einer breiten Dachkonstruktion. Eine wettergeschützte, attraktive, barrierefreie und großzügige Situation, die wesentlich übersichtlicher ist als früher. Hier gibt es nachts keine Angsträume mehr. 

Welche Rolle spielt dabei die Beleuchtung?

Eine sehr große: In der Dachkonstruktion ist ein komplett umlaufendes, ein Meter hohes, weiß hinterleuchtetes Lichtband. Das unterstreicht auch nachts die übergeordnete Bedeutung des neuen Umsteigedreiecks. Das Gebäude wird zur Lichtskulptur. Um eine ausreichende Reflexionsfläche für das Anstrahlen zu schaffen, wurde die gläserne Haut mit einem weißen, linearen Siebdruck überzogen. Aus der Dachfuge heraus kann das Gebäude in beliebiger Farbe illuminiert werden. Es war unser Ziel, einen lebendigen, attraktiven Ort hier am Königsplatz zu schaffen – tagsüber, aber auch nachts.

Auf welcher Basis ist Ihr Kö-Entwurf entstanden?

Wir entwickeln die Entwürfe meistens aus der Funktion heraus. Hier am Kö entstand ein neues Haltestellendreieck, das sehr gut funktionieren muss. Für uns als Planer gibt es vielfältige Wegebeziehungen zu beachten, Logistik spielt eine Rolle sowie die Taktung von Straßenbahnen und Bussen. Insgesamt eine anspruchsvolle Aufgabe: Einen reibungslosen Betrieb ermöglichen und gleichzeitig Gestaltung und Aufenthaltsqualität nicht aus den Augen verlieren. Unser finaler Entwurf wird aus unserer Sicht allen diesen Anforderungen gerecht.

Finden Sie, Ihr finaler Entwurf ist eine zeitgemäße architektonische Antwort für den Kö?

Was heute zeitgemäß ist, ist bekanntlich morgen schon wieder überholt. Deshalb versuchen wir modische Aspekte in unseren Entwürfen zeitig auszusortieren. Wir entwickeln aus der Funktion heraus ein, zwei, drei Grundideen, und diese werden dann mit wenigen, aber gut durchgearbeiteten Details angereichert.

  • Erste Idee am Kö: Die Entscheidung für ein kompaktes, mittig positioniertes Gebäude, in dem die verschiedenen Funktionen unter einer Hülle vereint werden.
  • Zweite Idee: Eine schwebende Dachkonstruktion auf möglichst schlanken Stützen, die den öffentlichen Raum überspannt und markiert.
  • Dritte Idee: Die äußeren Bahnsteigüberdachungen ordnen sich dem großen Dachtragwerk unter und nehmen sich in Höhe, Material und Gestaltung zurück.
Philipp Koch, atelier pk Berlin

Glauben Sie, dass eine grundlegend neue Architektur wie am Kö sich auch auf die Menschen auswirken wird?

Ich denke schon, dass so etwas positiv ausstrahlt. Jeder Bewohner und Besucher einer Stadt nimmt sehr wohl zur Kenntnis, ob Politik und Verwaltung sich für die Stadt engagieren und sie zukunftsfähig machen. Der Umbau des öffentlichen Raumes und des ÖPNV im Rahmen von projekt augsburg city hat meiner Meinung nach das Potenzial zu einem nationalen wie internationalen Vorzeigeprojekt.

Zentral und wichtig – das neue Kö-Dreieck

Schnellere Abwicklung

Durch die Neuorganisation des Königsplatzes fahren die Straßenbahnen und Omnibusse zügiger ein und aus.

Mehr Komfort

Der Kö wird zum autofreien Platz.

Mehr Barrierefreiheit

Abgesenkte Bahnsteige und ein minimiertes Spaltmaß zwischen Bahnsteig und Fahrzeug sorgen für ein komfortables Umsteigen mit Kinderwagen, Gehhilfe und Rollstuhl.

Längere Bahnsteige

Bequemes Ein- und Aussteigen an allen Türen bei den langen CityFlex und Combinos.

Mehr Fahrgäste

Nach dem Abschluss des gesamten Ausbaus der Mobilitätsdrehscheibe werden täglich bis zu 4.000 neue Fahrgäste prognostiziert.

Weniger Staus

Jede Straßenbahnlinie bekommt eigene Gleise in jede Richtung.

Der neue Königsplatz von oben

Mehr Platz

Durch die neue Verkehrsführung entsteht am Königsplatz eine neue Platzfläche, die ein autofreies Flanieren vom Umsteigedreieck in die Ein­kaufsinnenstadt ermöglicht.

Platz zum Sitzen

Mit neuen Sitzmöglichkeiten unter Bäumen lässt sich hier zukünftig urbanes Flair genießen, es entsteht eine ganz neue Aufenthaltsqualität.

Größere Fußgängerzone

Die autofreie Achse zwischen Bahnhofstraße und Bürgermeister-Fischer-Straße wertet die Verbindung vom Hauptbahnhof in die Innenstadt auf.

Kö-Park

Lichter, bunter und weitläufiger wird der Kö-Park – als grüne Oase mit Aktiv- und Erholungsflächen spielt er in der Innenstadt eine neue Rolle.

Das Umsteigedreieck wird wesentlich größer – und damit übersichtlicher und sicherer für die Fahrgäste. 
Im neuen Kö-Pavillon befinden sich das swa-Kundenzentrum, Räume für die Fahrer sowie vier Ladengeschäfte.

Weniger Autoverkehr, mehr leben – der neue Kö

Der zentrale Baustein von projekt augsburg city ist der Königsplatz. Hier vereinen sich alle Ziele: Moderne Mobilität im Einklang mit neuer Lebensqualität, lebendige Natur trifft auf urbane Innenstadt. Ein Verkehrsraum wird zum Lebensraum. Auf dem neuen autofreien Kö bewegen sich Fußgänger sicher und barrierefrei zwischen zentralem Umsteigepunkt, Bahnhofstraße und Einkaufsinnenstadt. Der neue Kö-Park wird zur lebendigen grünen Oase. Mit neuen Bäumen und Plätzen ohne Konsumzwang bietet er Raum und Erholung für alle.