Ohne Auto – ganz gemütlich

Familie Mahler ist seit drei Jahren fast ausschließlich mit dem Rad unterwegs

7. Dezember 2016

Eines stellt Carola Mahler gleich von Anfang an klar: »Wir sind ganz normale Menschen, die es gerne gemütlich haben.« Ein Blick in das Passivhaus der Lechhauser Familie bestätigt das: Alles normal, total gemütlich. Und doch ist etwas anders: In der Doppelgarage der Mahlers parkt seit knapp drei Jahren kein Auto mehr. Stattdessen stehen dort locker verteilt fünf Räder. Zwei davon sind Lastenräder, komfortable E-Bikes, bis zu 25 Stundenkilometer schnell.

Alle sind gesünder und fitter

Damit radeln Fachkrankenschwester Carola (41) und Stationsleiter Andreas Mahler (44) die zehn Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz ins Klinikum – ob Tag oder Nacht, ob Wind oder Wetter. Gemütlich ist das nicht immer. Aber gesünder. Die tägliche frische Luft und Bewegung hält alle fitter. Für die Mahlers ist das Rad weniger Sportgerät, denn Alltagsvehikel. Bis zu 200 Kilogramm können transportiert werden: Neben dem Wocheneinkauf durchaus einmal eine Matratze von Ikea oder zwei Säcke Zement aus dem Baumarkt. Häufig macht es sich bei gemeinsamen Ausflügen aber auch Tochter Emma (11) vorne im Kasten bequem.

Privates Car-Sharing

Emma und ihre Schwester Sarah (14) nutzen ihre Räder für alle Freizeitaktivitäten, fahren aber mit Bus und Tram in die Schule. Brauchen sie doch einmal ein Auto, können die Mahlers auf das von Carolas Eltern in der Nachbarschaft zurückgreifen, als eine Art »privates Car-Sharing«. Sieben Kilometer waren es seit Juni. »Für uns hat jedes Fahrzeug je nach Situation seine Berechtigung. Wir sind da nicht dogmatisch«, so Andreas. Seine Erfahrungen »ohne Auto im Alltag« teilt er seit Sommer auch in seinem Blog.

Radelnd auf Verbrecherjagd

Polizist Jörg Eisele steigt täglich aufs Dienstrad

20. Oktober 2015

Banken-Alarm, Fahndungen, Diebe auf der Flucht – jetzt ist schneller Einsatz vor Ort gefragt. Das Dienstrad von Polizei-Hauptkommissar Jörg Eisele steht immer bereit: „Gerade für schnelle Verfolgungen in den kleinen Gassen der Innenstadt oder auch durch die Grünanlagen ist das Rad optimal.“ Nicht immer geht es beim Fahrrad-Verkehrsbeauftragten allerdings so spektakulär zu.

Erste in Bayern

Seit etwa zwei Jahren tritt der 49-Jährige – auch privat gerne mit dem Rad unterwegs –bei der täglichen Streife in die Pedale seines Mountainbikes, etwa zwei Stunden am Tag. Unterwegs sind die Polizisten dabei wie auch zu Fuß oder im Polizeiauto immer zu zweit. Acht der 150 Kollegen der Polizeiinspektion Mitte begleiten Eisele abwechselnd. Die Augsburger sind damit in Bayern übrigens die ersten, die regelmäßig auf Fahrrad-Streife sind.

Hohe Erfolgsquote

Missachtung von Rotlicht, Handynutzung im Auto oder Falschparker haben die Polizeibeamten bei ihren Fahrten durch die Innenstadt unter anderem im Blick. Pech auch für manchen, der zur Fahndung ausgeschrieben ist und von ihnen entdeckt wird. „Unsere Erfolgsquote ist hoch, da man unterwegs mit dem Rad viel sieht.“ Die unmittelbare Nähe zu den „Gesetzeshütern“ schätzen aber auch die Bürger und Aktive der „Radlszene“ in der Stadt. „Wir werden oft angesprochen, geben Auskunft oder bekommen Hinweise, aber auch viel Lob“, freut sich Eisele, seit 33 Jahren im Dienst, über die positiven Erfahrungen.

haja/Bild: Siegfried Kerpf

 

 

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