Häufig gestellte Fragen

Im Sommer 2014 wurde ein Antrag auf ein Bürgerbegehren gestellt. Was ist daraus geworden?

Der Antrag zweier Initiatoren wurde im Stadtrat und vom Bayerischen Verwaltungsgericht Augsburg am 25. Juli 2014 wegen bestehenden Baurechts, Baufortschritts und wegen verbindlich geschlossener Verträge und Vereinbarungen abgelehnt. Laut Gericht wurde von den Projektgegnern gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern ein zur Irreführung geeigneter Eindruck erweckt. Die Begründung des Bürgerbegehrens habe ein unzutreffendes und unvollständiges Bild von dem maßgeblichen Sachverhalt vermittelt.

Welche Straßenbahnlinien fahren durch den Tunnel?

Vom Kö kommend fahren die Linien 3, 4 und 6 die Haltestelle unter dem Hauptbahnhof an. Die Linie 6 wird im Tunnel zur Linie 5 und setzt ihre Fahrt durch den Westen der Stadt zum Klinikum fort. Die Linie 3 fährt durch den Tunnel weiter Richtung Stadtbergen. Die Linie 4 benutzt die Wendeschleife und fährt zurück zum Königsplatz und weiter nach Oberhausen.

Warum brauchen wir eine neue Wendeschleife?

Nicht alle Straßenbahnen durchqueren den Tunnel. Die Linie 4 wendet und fährt zum Königsplatz zurück. Das geschieht unsichtbar und ohne Lärmbelästigung für die Anwohner. Die Wendeschleife bietet zusätzliche Flexibilität, z. B. bei Störungen oder erhöhtem Verkehrsaufkommen.

Wie lang und tief ist der Tunnel?

Der Tunnel ist von der Rampe in der Halderstraße bis zum Portal West ca. 400 Meter lang. Bis zur Rosenaustraße sind es über den Bahnhofsvorplatz West weitere 80 Meter. Auf dem Niveau der unterirdischen Straßenbahnhaltestelle ist der Tunnel 19 Meter tief.

Wie kommt man zukünftig zu den Gleisen?

Die Tram hält direkt unter dem Hauptbahnhof. Von hier kommen Sie bequem und barrierefrei über Rolltreppen und Aufzüge zu den Gleisen. Vom Vorplatz Ost betreten Sie wie gewohnt das Bahnhofsgebäude. Aufzug, Rolltreppe und Treppe leiten Sie auf die Verteilerebene, von der Sie barrierefrei zu den Gleisen und zur Straßenbahnhaltestelle kommen. Vom Portal West aus führt der Fußgängertunnel Sie direkt auf die Verteilerebene.

Komme ich in Zukunft innerhalb des Hauptbahnhofs überall barrierefrei hin?

Ja, egal ob Sie mit der Straßenbahn anreisen oder zu Fuß über einen der beiden Zugänge kommen: Alle Ebenen sind mit Rolltreppen und Aufzügen komfortabel verbunden. Sie kommen bequem von der unterirdischen Straßenbahnhaltestelle über die Verteilerebene auf das Gleis. Vom Bahnhofsgebäude bringen Sie ebenfalls Rolltreppen und Aufzüge in die Verteilerebene und wieder zurück.

Was ist der Bahnsteig F?

Der Bahnsteig F ist ein zusätzlicher Personenbahnsteig, der während des Umbaus und in Zukunft für den Regio-Schienen-Takt eine zentrale Rolle spielen wird. Er entsteht als neuer Bahnsteig westlich der bereits bestehenden Bahnsteige. Während des Umbaus dient er als »Ausweichbahnsteig« für den jeweiligen Bahnsteig, unter dem gerade die Tunnelbauarbeiten stattfinden. Nach Abschluss der Bauarbeiten ermöglicht er den Regio-Schienen-Takt.

Was passiert mit den beiden Vorplätzen?

Über die endgültige Gestaltung und Neuordnung der beiden Plätze entscheidet ein Architekturwettbewerb, der noch ausgelobt wird. Mehr dazu in »Portal West«

Was passiert mit dem Bahnhofsgebäude?

Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude bleibt erhalten. Der Zugang zur Verteilerebene befindet sich in der Eingangshalle.

Der Hauptbahnhof wird teurer und dauert länger. Seit wann war das absehbar?

Fragen hinsichtlich der Baukosten und der Fertigstellung begleiten ein solches Projekt naturgemäß von Anfang bis Ende. Die Ergebnisse eines von der swa in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Überprüfung von Bauablauf und -kosten liegen seit Anfang Oktober vor. Mehr dazu im Interview mit Dr. Walter Casazza.

Werden dafür die Fahrpreise von Bus & Tram erhöht?

Nein. Die Tarife werden vom AVV als Verbund für Augsburg und Region (Landkreise Aichach-Friedberg, Augsburg, Dillingen an der Donau) gemeinschaftlich festgelegt.

Entstehen jetzt Mehrkosten für die Bürger?

Nein. Da es sich um langsfristige Investitionen handelt und die Mehrkosten sich auf Maßnahmen beziehen, die sich noch in der Planung befinden, können auch die dafür benötigten Budgets entsprechend geplant werden. Mehr dazu im Interview mit Dr. Walter Casazza.

Wie sieht es mit den Fördergeldern aus?

Das Bundesgesetz in dem die Förderung verankert ist, läuft 2019 aus. Es gibt aber bereits positive Signale seitens der Bundesregierung für eine Nachfolgeregelung. Falls nicht, werden auf alle Fälle alle Ausgaben bis 2019 gefördert und zwar mit ca. 83 % der förderfähigen Kosten. Mehr dazu in detailierter Grafik »Wer bezahlt was?«

Wird der Hauptbahnhof genau so aussehen, wie auf den Visualisierungen in der Bildergalerie?

Die Visualisierungen vermitteln einen ersten Eindruck und sind auf Basis der aktuellen Planung entstanden. Sie zeigen die funktio­nale Konstruktion des Bauwerks: die neuen Dimensionen, die räumlichen Zusammenhänge und die Funktionsweise. Die Gestaltung wird noch weiterentwickelt.

Gibt es eine alternative Variante zum Tunnel?

Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens wurden 11 Varianten geprüft und der Tunnel als diejenige mit dem weitaus größten Nutzen identifiziert. Haltestellenvarianten unter dem Bahnhofsvorplatz sowie der Pferseer Unterführung sind frühzeitig als unbrauchbar und nicht förderfähig aus dem Verfahren ausgeschieden.